Das Forellenangeln kann an manchen Tagen eine echte Herausforderung sein. Egal, welcher Köder und egal, welche Stelle: Die Forellenmäuler bleiben einfach zu. Doch es gibt Hoffnung! Die nachfolgenden Angel-Tipps helfen Dir, beim Angeln auf Forellen den gewünschten Erfolg zu erzielen (Angeln auf Forelle, Tipps und Tricks Forelle, Welche Köder für Forelle, Forellenköder, wie fängt man Forellen) …

Forellenangeln – Tipps für mehr Erfolg

Leise pirsche ich mich an den nächsten Hotspot heran. In einer stark ausgespülten Flusskurve fordere ich mit ein paar Würfen mein Anglerglück heraus. Aus einer Handvoll Softbaits entscheide ich mich für einen kleinen, roten Gummiwurm – und schlenze ihn mit einem leichten Wurf in Richtung Außenkurve. Die schnelle Strömung erfasst den Köder schon beim Auftreffen und spült ihn direkt in die heiße Zone. Aus dem Nichts schießt ein harter Ruck durch die Rute, den ich bis ins Handteil deutlich spüre. Meinen Anhieb kontert der Fisch mit einer rasanten Flucht, welche die leichte Rute schnell zum halbkreis biegt.

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Erfolgreiches Forellenangeln: Sean Perez weiß, wie man die Kapitalen aus ihren Verstecken lockt

Forellenköder – meine heißen DREI

So spannend kann die Forellenjagd sein – und um die Rotgetupften am Bach in Beißlaune zu versetzen, braucht es nur ein paar Köder. Gummis zwischen drei und acht Zentimeter eignen sich am besten. Nach der Laichzeit, wenn die Temperaturen wieder langsam steigen, sind Bachforellen auch für größere Happen zu begeistern. Bei der Farbe richten wir uns nach der Sichtigkeit des Wassers. Trüben Schmelzwasser und starke Regenfälle den Bach bräunlich, punkten grelle Farben am besten. Bei klaren Bedingungen hingegen setze ich auf natürliche Farben mit kleinen Glitterpartikeln, um die Forellen um den Verstand zu bringen.

Würmer am Bach – da kracht’s!

Kaum ein Köder übertrifft die Fängigkeit des Wurms. Doch was macht ihn so gut? Zum einen kennen Bachforellen diese Nahrungsform von klein auf. An fast jedem Gewässer werden die quirligen Kriecher bei Regen ins Wasser gespült und enden – mit etwas Pech – schnell als Forellen-Snack. Gerade die großen Salmoniden sind von Natur aus skeptisch, doch beim Anblick eines zappelnden Wurms schwindet schnell die Vorsicht. Zum anderen haben Forellen gelernt, dass sie bei Würmern kaum Energie aufwenden müssen, um satt zu werden. Anders als bei kleinen Fischchen oder Insekten gibt’s beim Wurm keine Fluchtgefahr – aufwändiges, kräftezehrendes Jagen ist ausgeschlossen. Wenn sich also die Gelegenheit ergibt, schlägt die Forelle bei so leichter Beute oft sofort zu.

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Wird oft vergessen: Kaum ein Köder übertrifft die Fängigkeit des Wurms

Insektenköder und Creature Baits

Diese kleinen Krabbler werden für die leichte Angelei auf Forelle & Co immer beliebter. Creature Baits und Insekten gibt es mittlerweile in zahlreichen Farben und Formen – bei Letzteren sind der Phantasie nahezu keinerlei Grenzen gesetzt. Jedes Antennenpaar, jeder Gummifransen und Twisterschwanz bringt jedoch gewisse Eigenschaften mit sich. Zum einen beeinflussen sie das Laufverhalten, zum anderen sind sie für die Reizwirkung des jeweiligen Baits verantwortlich. Auf der Jagd nach Forelle, Saibling, Döbel & Co haben gegenüber herkömmlichen Gummiködern Creatures und andere Krabbler oft deutliche Vorteile. Einerseits geben sie ein komplett anderes Druckwellen- und Bewegungsmuster unter Wasser ab, was vor allem an Stellen mit hohem Angeldruck mehr Fisch bringt. Zusätzlich lassen sie sich auch hervorragend tunen und somit den aktuellen Gegebenheiten am Forellenbach anpassen. Überflüssige Fühler und Gummiarme sind schnell entfernt und steigern die Fängigkeit des Köders dann, wenn die Räuber besser auf weniger Aktion ansprechen.

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Wenn es mit herkömmlichen Gummis nicht läuft, bringen Creatures, Worms & Insekten Bisse

Heiße Montage: Mit dem Hotshot Rig abräumen!

Lange habe ich nach einer Montage gesucht, die sowohl einfach zu knüpfen ist als auch eine flexible, dynamische Köderführung ermöglicht. Ich experimentierte mit verschiedenen Hakentypen und Gewichtsformen, bis ich mit einer Mischung aus Splitshot (Schrotblei) und Drop Shot-Haken das perfekte Paar fand. Das kleine Schrotblei unterhalb vom Haken verleiht der ganzen Montage ihre unbeschreibliche Beweglichkeit. Bei jedem noch so kleinen Zupfer wechselt das Blei die Seite und zieht den Köder entweder nach links oder rechts taumelnd hinter sich her. Der ständige Richtungswechsel ähnelt den Bewegungen einer fliehenden, verletzten Beute – das lässt garantiert keine Forelle kalt. Und so wird meine Hotshot-Montage gebunden:

  1. Binde den Angelhaken mit einem Palomarknoten an das Fluorocarbon-Vorfach
  2. Stecke nun das untere Ende der Schnur von oben durch die Hakenöse und kürze es auf die gewünschte Länge – rund zwei bis vier Zentimeter sind optimal
  3. Befestige jetzt die gewünschte Anzahl an Splitshots – fertig! Tipp: Ein kleiner Knoten am Ende der Schnur sichert die Schrotbleie zusätzlich, damit sie im Wurf oder Drill nicht wegrutschen
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Das Hotshot Rig sorgt für mächtig Action am Forellenbach

Hotshot-Fakten

Du willst mehr über das Hotshot Rig erfahren? HIER findest Du einen Artikel mit allen Infos zu dieser spannenden Angeltechnik!

Forellenangeln: Führung bringt Fisch

Am Hotspot werfe ich das Rig aus und warte, bis es abgesunken ist. Vor allem Würmer ziehe ich Wacky Style – also quer – auf den Haken und führe sie mit vielen kleinen Zupfern etwas über Grund Richtung Ufer. Beim Absinken zittern sie verführerisch an beiden Enden und locken selbst die dicken Dinger aus ihrem Versteck. Nicht selten passiert es, dass sogar mehrere gute Forellen gleichzeitig den Köder verfolgen.

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Größe zeigen: An manchen Tagen fangen große Baits besser. Hier schnappte sich ein Döbel den Gummiwurm

Stelle(n) für Forelle(n): Die Hotspots

Wer erfolgreich am Bach sein will, muss zunächst verstehen, warum Fische bestimmte Stellen bevorzugen und wie man diese schnell erkennt. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, doch meine erfolgreichsten Stellen weisen eine oder mehrere der folgenden Kriterien auf:

  1. Die Stelle bietet dem Fisch ausreichend Deckung und Schutz
  2. Von hier aus erkennt die Forelle vorbeischwimmende Nahrung gut und erreicht sie schnell
  3. An diesem Platz kann sich der Fisch aufhalten, ohne viel Energie aufwenden zu müssen
Bacheinlauf-Angelstelle
Deckung, Nahrung und einen Platz zum Ausruhen – das macht einen typischen Hotspot aus

Auch wenn jedes Gewässer seine Eigenarten hat – je mehr der drei genannten Kriterien auf eine Stelle zutreffen, desto aussichtsreicher ist sie. Beim Erkunden eines Baches halte ich mir diese Punkte stets vor Augen. So verbringe ich weniger Zeit bei der Stellensuche und mehr Zeit mit Fische fangen. Mit scharfem Blick und etwas Übung wirst Du Dein Gewässer bereits in Kürze aus einer neuen Perspektive sehen und Hotspots schnell erkennen.

Gesucht und gefunden

Du willst mehr über Hotspots und das Aufspüren von Raubfischen erfahren? HIER findest Du einen Artikel mit vielen Infos zum spannenden thema “Raubfische finden“

Schneller zum Fisch

  • Hier findest Du eine Auswahl hochwertiger Kamatsu Drop Shot Haken, die fürs Wacky Rig bestens geeignet sind
  • Hier gibt’s eine Auswahl an Fluorocarbon-Schnüren, die ich zum Forellenfischen als Vorfach nehme
  • Eine leichte Rute, die ich gerne fürs Spinnangeln auf Forelle und Döbel am Bach verwende, findest Du HIER

Noch Fragen? Facebook!

Angel-Tipp-von-SeanWenn Du weitere Fragen zum Thema Forellenangeln hast, werde Fan meiner Seite auf Facebook und schicke mir dort eine Nachricht! Ich beantworte sie so bald wie möglich – ich freue mich, von Dir zu hören.

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S.Perez

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